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Elektrofahrzeuge Das Werkstatt-Magazin

Hauptuntersuchung beim Elektroauto: Was anders ist

Ein reines Elektroauto muss ebenso zur Hauptuntersuchung wie ein Pkw mit Verbrennungsmotor. Für privat genutzte Pkw gilt üblicherweise: erstmals nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate. Die Abgasuntersuchung entfällt beim reinen Batterieauto. Bremsen, Fahrwerk, Beleuchtung und die sicherheitsrelevanten elektrischen Komponenten bleiben Gegenstand der HU.

4 Min. LesezeitAktualisiert
Autodienst Kiel · Ratgeber · KI-Illustration

Das Wichtigste zuerst

  1. Reine Elektro-Pkw haben grundsätzlich dieselben HU-Fristen wie andere Pkw.

  2. Die Abgasuntersuchung entfällt nur beim reinen Elektroantrieb.

  3. HU und Untersuchung der verbleibenden Batteriekapazität sind unterschiedliche Leistungen.

Der Elektroantrieb verändert die HU-Pflicht nicht

Die Untersuchung richtet sich nach Fahrzeugart und Nutzung, nicht danach, ob Sie Strom oder Kraftstoff tanken. Für besondere Nutzungen, etwa bestimmte Personenbeförderungen oder Vermietungen, können andere Intervalle gelten. Entscheidend ist der für Ihr Fahrzeug dokumentierte Termin.

Eine Wartungsanzeige oder ein Softwareupdate ersetzt die HU nicht. Lesen Sie die Fälligkeit an der Plakette und im letzten Untersuchungsbericht ab. Bei einem neu gekauften Gebrauchtwagen läuft der vorhandene Termin grundsätzlich weiter; der Kauf eröffnet keinen neuen Dreijahreszeitraum.

Bremsen, Reifen und Fahrwerk bleiben wichtig

Auch wenn das Fahrzeug häufig über Rekuperation verzögert, muss die mechanische Bremse zuverlässig arbeiten. Wenig genutzte Bremsscheiben können korrodieren. Auffällige Geräusche, Rubbeln oder eine veränderte Bremswirkung gehören vor dem Prüftermin fachkundig untersucht.

Prüfen Sie Reifen auf ausreichendes Profil, Schäden und ungleichmäßigen Abrieb. Die passende Tragfähigkeit und der vom Hersteller vorgegebene Luftdruck sind gerade bei einem schweren Fahrzeug wichtig. Ein regelmäßiger Blick auf die Reifeninnenseiten kann Probleme zeigen, die von außen kaum sichtbar sind. Führen Sie dafür keine riskanten Arbeiten unter einem ungesicherten Auto aus.

Genauer hinsehen

Reines Batterieauto

HU erforderlich; keine Abgasuntersuchung.

Plug-in-Hybrid

HU und grundsätzlich Untersuchung des Verbrennungsmotors hinsichtlich Abgasen.

Batteriegesundheitsprüfung

Gesonderte Einschätzung der Akkukapazität; ersetzt keine HU.

Was am elektrischen Antrieb betrachtet wird

Zusätzlich zu den üblichen Fahrzeugkomponenten werden die zugänglichen sicherheitsrelevanten Teile des elektrischen Antriebs betrachtet. Dazu gehören beispielsweise der sichtbare Zustand von Leitungen, Batteriegehäuse und Ladeanschluss; die konkrete Untersuchung folgt den Vorgaben für das Fahrzeugmodell.

Weisen Sie auf Warnmeldungen oder einen früheren Aufsetzer am Unterboden hin. Orange Hochvoltleitungen und beschädigte elektrische Bauteile dürfen Sie nicht selbst öffnen, trennen oder reparieren. Für solche Arbeiten braucht es entsprechend qualifiziertes Personal und geeignete Sicherheitsmaßnahmen.

Eine HU ist kein Reichweitenzertifikat

Die HU bewertet die vorgeschriebene Verkehrssicherheit und Vorschriftsmäßigkeit. Sie liefert keinen umfassenden Nachweis über die verbleibende nutzbare Batteriekapazität und keine Zusage einer bestimmten Reichweite. Eine neue Plakette beantwortet deshalb nicht jede Frage beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos.

Für eine Einschätzung des Batteriegesundheitszustands ist eine gesonderte Untersuchung sinnvoll. Klären Sie dabei, welcher Wert gemessen oder ausgelesen wird, unter welchen Bedingungen die Prüfung stattfindet und was der Bericht aussagt. Eine im Fahrzeug angezeigte Reichweite schwankt mit Temperatur, Verbrauch und Nutzung und ersetzt diese Einordnung nicht.

So machen Sie das Fahrzeug prüfbereit

Bringen Sie Fahrzeugschlüssel beziehungsweise die erforderliche Schlüsselkarte und die Zulassungsbescheinigung Teil I mit. Informieren Sie die Prüfstelle vorab über Besonderheiten beim Starten, Rangieren oder Aktivieren eines notwendigen Prüfmodus. Eine ausreichende Ladung für Anfahrt, Untersuchung und Rückfahrt ist praktisch; ein vollständig geladener Akku ist dafür nicht pauschal erforderlich.

Kontrollieren Sie Licht, Wischer und Scheibenwaschanlage. Lassen Sie bekannte Fehler vorab untersuchen und halten Sie gegebenenfalls Änderungsnachweise bereit. Verdeckte oder deaktivierte Warnanzeigen lösen den zugrunde liegenden Fehler nicht und verhindern eine sachgerechte Beurteilung.

Ihre Checkliste
  • HU-Termin an Plakette und Bericht prüfen.
  • Schlüssel oder Schlüsselkarte und Fahrzeugpapiere bereitlegen.
  • Ausreichende Akkuladung für Termin und Rückweg einplanen.
  • Bremsen, Reifen und Beleuchtung auf Auffälligkeiten prüfen.
  • Warnmeldungen und bekannte Unterbodenschäden vorab angeben.
FAQ

Noch eine Frage?

Braucht ein Plug-in-Hybrid ebenfalls keine Abgasuntersuchung?

Doch: Die Befreiung des reinen Elektroautos lässt sich nicht auf einen Plug-in-Hybrid übertragen. Durch seinen Verbrennungsmotor bleibt die Untersuchung des Motormanagement- und Abgasreinigungssystems grundsätzlich relevant.

Wird bei der HU die Batterie ausgebaut?

Die reguläre HU ist keine Demontageuntersuchung des Akkus. Ein sichtbarer Schaden oder eine Warnmeldung kann jedoch weiteren fachkundigen Klärungsbedarf ergeben.

Sollte ich vor der HU besonders stark bremsen?

Pauschale Bremsmanöver sind keine sinnvolle Vorbereitung. Beachten Sie die Herstellerhinweise zur Bremsenpflege und lassen Sie auffällige Bremsen prüfen. Sicherheit und Rücksicht im Verkehr gehen vor.

Quellen & weiterführende Informationen

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